Abfindung verhandeln

Abfindung verhandeln

Abfindung verhandeln setzt viel Erfahrung voraus. Wer die taktischen Spielregeln kennt kann Abfindung verhandeln von den anderen nur träumen und erreicht einen perfekten Aufhebungsvertrag. Unter Abfindung wird die Zahlung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer zur Abgeltung der sozialen und wirtschaftlichen Nachteile, die mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses verbunden sind, verstanden. Die Zahlung einer Abfindung wird in einer Aufhebungsvereinbarung oder im Rahmen eines gerichtlichen Vergleiches vereinbart.  Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses besteht grundsätzlich kein Rechtsanspruch auf Zahlung einer Abfindung. Die regelmäßig anzutreffende Ansicht, mit Ausspruch einer Kündigung enstünde automatisch ein Anspruch auf Zahlung einer Abfindung ist grundsätzlich falsch. Von wenigen Ausnahmen abgesehen ist die Abfindungszahlung das Ergebnis ausgeklügelter Verhandlungen. Nur ausnahmsweise kann sich ein Anspruch auf Zahlung einer Abfindung aus einem Tarifvertrag oder einem Sozialplan ergeben. Bei Leitenden Angestellten kann eine Abfindung Folge eines Auflösungsantrages durch den Arbeitgeber sein.

Steuern und Sozialversicherung bei Abfindung

Abfindungen sind grundsätzlich sozialversicherungsfrei, jedoch steuerpflichtig. Freibeträge sind nicht mehr existent. Über die sogenannte 1/5 Regelung kann es Steuervorteile geben. Bei der Fünftelregelung wird so gerechnet, als würden Sie 5 Jahre lang je 1/5 der Abfindung erhalten. Die Steuern werden trotzdem auf einmal abgezogen. Wie attraktiv die Fünftelregelung ist, hängt auch von den sonstigen Einkünften im Jahr der Abfindungszahlung ab. Neben steuerlichen Gesichtspunkten ist die Abfindung auch im Hinblick auf eine mögliche Sperrzeit bei dem Bezug von Arbeitslostengeld zu optimieren. Darüber hinaus muß auch sicher gestellt werden, dass es zu keinem Ruhen von Ansprüchen auf Arbeitslosengeld kommt. Bei Verhandlungen muss ein Fokus auch auf die Thematik Abfindung und Versteuerung gelegt werden. Bereits durch den Zahlungszeitpunkt kann es hier zu gravierenden steuerlichen Unterschieden kommen. Dies muss in jedem Falle in der Aufhebungsvereinbarung berücksichtigt werden.

Abfindung ist das Ergebnis von Verhandlungen

Regelmäßig ist die Abfindung, insbesondere die Abfindungshöhe, das Ergebnis taktisch geführter Abfindungsverhandlungen. Es gibt keinen gesetzlichen Anspruch auf eine Abfindung. Der Betrag selbst findet sich in dem Aufhebungsvertrag. Die Interessen sind eben sehr unterschiedlich. Der Arbeitgeber will oder kann eine möglichst geringe Abfindung zahlen. Der Arbeitnehmer hat Interesse an einem wirtschaftlich interessanten Gesamtpaket, welches es ihm ermöglicht einen gewissen Zeitraum finanziell zu überbrücken. Voraussetzung, um eine hohe Abfindung verhandeln zu können, ist oft die Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes. Nur wenn Kündigungsschutz besteht, benötigt der Arbeitgeber überhaupt einen Kündigungsgrund. Ansonsten kann der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis, unter Beachtung der ordentlichen Kündigungsfrist natürlich, jederzeit kündigen. Spricht der Arbeitgeber etwa eine betriebsbedingte Kündigung aus und erhebt der Arbeitnehmer fristwahrend Kündigungsschutzklage, kommt es in der Regel spätestens im Gütetermin zu Abfindungsverhandlungen. Aufgrund unserer langjährigen beruflichen Tätigkeit, auch für Arbeitgeber, sind uns Strukturen, Denk- und Handlungsweisen von Unternehmen sehr gut vertraut. Warum wird überhaupt eine Abfindung gezahlt? Letztendlich „erkaufen“ sich beide Seiten eine Trennung ohne lange arbeitsgerichtliche Auseinandersetzung.

Höhe der Abfindung

Insbesondere zu der Höhe der Abfindung kurisieren viele Gerüchte. Auch hier gibt es keine gesetzliche Regelung. Arbeitsgerichte schlagen im Rahmen von Güteverhandlungen oft eine sogenannte Faustformel vor. Faustformel meint als Berechnungsgrundlage für die Abfindung  ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr. Eine gesetzliche Regelung zu der Höhe der Abfindung ist nur für den Ausnahmefall des Auflösungsantrages existent. Je nach Branche aber insbesondere auch Verhandlungsgeschick kann die Höhe der Abfindung stark variieren. Mit entsprechender Erfahrung und taktischen Geschick lässt sich eine Abfindung verhandeln die weit über den üblichen Sätzen liegt.

Tipp

Tipp aus der Praxis: Die Höhe einer Abfindung ist reine Verhandlungssache.  Ohne professionellen Rat verschenken Sie im Zweifel viel Geld. Ohne einen versierten Rechtsanwalt an ihrer Seite wenn Sie im Zweifel viel Geld verschenken. Unabhängig von dem wirtschaftlichen Aspekt sind im übrigen auch zahlreiche andere Gesichtspunkte, angefangen bei einem sehr guten Zeugnis, unbedingt mit zu verhandeln. Sie wollen die maximale Abfindung?

Rufen Sie an 069 13377309

Autor: Fachanwalt für Arbeitsrecht Robert Mudter

 

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