Führungskraft

Führungskraft ist ein Oberbegriff.  Mit Führungskräften werden arbeitsrechtlich Geschäftsführer, Vorstände, Leitende Angestellte, aber auch generell Mitarbeiter bezeichnet, denen eine Führungsverantwortung zukommt. Sie tragen Führungsaufgaben, treffen mit hoher Kompetenz Entscheidungen und haben oft eine hohe Visibilität.

Auch Geschäftsführer oder Vosrtände sind in der Regel Führungskräfte. Als Geschäftsführer oder Vorstand sind Sie allerdings Organ und damit (in der Regel) kein Arbeitnehmer. Für Sie gelten Sonderregeln, auf die wir an anderer Stelle eingehen werden. Oft greifen für Organe die kündigungsschutzrechtlichen Spielregeln nicht. So haben Sie als Vorstand oder Geschäftsführer keinen klassischen Kündigungsschutz. Das Arbeitsgericht ist meistens nicht zuständig. Es gelten für Führungskräfte eine Reihe von Sondervorschriften, deren Kenntnis allerdings für Organe zwingend ist.

Führungskräfte sind auch nicht zwingend Leitende Angestellte. Der juristisch relevante Begriff ist der des Leitenden Angestellten. Leitende Angestellte haben eine Sonderstellung. Leitende Angestellte sind Arbeitnehmer, die in ihrem Verantwortungsbereich unternehmerische Aufgaben mit erheblichem Entscheidungsspielraum wahrnehmen. Dies kann etwa dadurch zum Ausdruck kommen, dass Sie selbständig (ohne Vieraugenprinzip!) über Einstellungen und Entlassungen von anderen Mitarbeitern entscheiden dürfen. Arbeitsrechtliche Relevanz kann der Status insbesondere im Rahmen von Trennungssituationen haben. Bei echten Leitenden Angestellten besteht immer das Risiko eines Auflösungsantrags. Sie haben zwar Kündigungsschutz. Vereinfacht gesagt, kann der Arbeitgeber jedoch kündigen und auch, wenn er den Prozess verliert, einen Auflösungsantrag stellen. Dann wird das Arbeitsverhältnis gegen Zahlung einer überschaubaren Abfindung aufgelöst. Gerade bei Leitenden Angestellten, so denn überhaupt dieser Status gegeben ist, sind taktisch orientierte Aufhebungsverhandlungen daher zwingend. Aufhebungsveinbarung und Führungskräfte ist ein Thema, welches große Erfahrung voraussetzt. Für leitende Angestellte ist darüber hinaus der Betriebsrat nicht zuständig.

Führungskräfte bewegen sich an der Schnittstelle zwischen Arbeitgeber und Belegschaft. Gerade für Führungskräfte, auch wenn sie nicht Leitende Angestellte sind, gilt gegenüber Angestellten eine erhöhte Sorgfaltsverpflichtung. So bestehehen etwa im Bereich Mobbing erhöhte Handlungspflichten. Führungskräfte können für Verhaltensverstöße schon in Haftung genommen werden. Der Abschluss einer D & O Versicherung ist hier immer an zudenken. Bei Führungskräften wiegen Pflichtenverstöße auch in der Regel schwerer als bei „normalen“ Angestellten. So können kleinste verstösse gegen die Spesenordnung schon zu einer außerordentlichen Kündigung führen. Auch wenn solche Kündigungen in der Regel unwirksam sind, besteht hier doch ein erhöhtes Risiko. Führungskräfte haben eine Vorbildfunktion. Von ihnen kann erwartet werden, dass sie es eben genauer nehmen.

Verhandlungen für Führungskräfte verlangen ein großes Fingerspitzengefüh,l aber auch große taktische Kenntnis. Je höher die Positionierung, desto größer der Druck für beide Seiten. Der Arbeitgeber sucht eine kostengünstige schnelle Trennung. Die Führungskraft kämpft für den Erhalt der Reputation und ein wirtschaftlich maximales Paket mit einer hohen Abfindung. Diese Situation lässt sich nutzen. Hier müssen die richtigen Hebel gezogen werden. Chancen und Risiken bestehen hier für beide Seiten und wollen wohl bedacht werden.

 

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